Wegenstein Vitiligo Behandlung

Betroffene Hautstellen auf dem Brustkorb. Sehr einseitige Vitiligo Verteilung.

Betroffene Hautstellen auf dem Brustkorb. Sehr einseitige Vitiligo Verteilung.

Vitiligo, im Volksmund auch Weißfleckenkrankheit genannt ist eine Hauterkrankung in Form von fehlenden Pigmenten in dem betroffenen Hautareal. Sie schränkt vor allem Menschen mit dunkler Hautfarbe erheblich ein kommt aber bei allen Hauttypen vor und breitet sich unkontrolliert aus. Typisch sind die Pigmentstörungen als weiße ­pigmentfreie Hautflecken.

Die genauen Ursachen von Vitiligo sind nicht bekannt es gibt nur mögliche Auslöser, die unterschiedlicher nicht sein können. Als Arzt hat man es mit sehr verschiedenen Ursachen zu tun. Vitiligo kann genetisch bedingt sein, als Autoimmunerkrankung identifiziert werden, als eine Neuro-cutane Entkoppelung auftreten aber auch die Folge einer neurogenen Toxinwirkung sein. Weiterhin kann die Weißfleckenkrankheit eine traumatische Schädigung der Haut sein nach Verletzungen oder einem starken Sonnenbrand, von oxidativem Stress ausgelöst werden oder die Folge von hormoneller Disposition, wie sie in einer Schwangerschaft vorkommen kann, sein.

Symptome von Vitiligo

Markant sind die vollständig depigmentierten, kalkweißen, weiter unauffälligen Flecken. Diese sind rundlich von Form und deutlich sichtbar abgegrenzt. Die Flecken erscheinen immer an sehr markanten Stellen

um die Augen, den Mund und die Nase und auch an Stellen wie Ellenbogen. Der Befall ist meist symmetrisch und gleichmäßig.

Verlauf der Erkrankung

antigencell

Auf dem Bild sind eine T-Zelle und die Antigen Presenting Zelle zu sehen.

Es beginnt mit wenigen Flecken und kann dabei bleiben oder fortschreiten. Manchmal repigmentieren sich die Flecken wieder. Oft jedoch befällt Vitiligo die ganze Haut. Einige Inseln von normaler, pigmentierter Haut bleiben bestehen.

Faktoren wie starke Sonne, Stress und Verletzungen fördern den Verlauf negativ. Die Erkrankung ist nicht vorausschaubar, sie kann spontan stillstehen, auch wenn sie sich Jahre lang ausgebreitet hatte. Die pigmentlosen Hautstellen sind sehr lichtempfindlich und damit für Hauttumore äußerst anfällig.

Die Krankheit tritt in allen Altersklassen auf. Auch Personen ohne genetische Vorbelastung sind stark betroffen. Vererblich ist die Krankheit zu 33 %. Statistisch sind die weißen Flecken an Unterarmen, Handgelenken, Händen, Fingern praktisch an den Extremitäten und an den Genitalien. Die betroffenen Flächen sind veränderlich oder können konstant bleiben. Auch eine spontane Heilung durch Repigmentierung ist manchmal gegeben.

Die Ursachen etwas näher betrachtet:

a.) ­Die genetische Disposition bedeutet, dass in den meisten Fällen die Vitiligo bei mehreren Mitgliedern einer Familie auftritt. Es wird vermutet, dass mehrere Erbfaktoren in Kombination an ein Individuum weitergegeben wurden, und das Bild der Weißfleckenkrankheit phänotypisch erzeugt haben. Das geschieht aber meist nicht vollständig. Auch die Lebensumstände verstärken die genetische Disposition und kommen als auslösende Faktoren infrage.

b.) ­Die Vitiligo wird oft in Kombination mit der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto Thyreoiditis beobachtet. Diese ist eine Autoimmunerkrankung. Bei einer Autoimmunerkrankung ­greift ­körpereigene Gewebe an und sie. Es kann sein, dass nur bestimmte Enzyme ausgeschaltet werden. So ein Prozess wird auch bei der Vitiligo vermutet. Der nähere Zusammenhang zwischen den beiden Krankheitsbildern ist noch nicht bekannt.

c.) Die Vitiligo tritt hin und wieder bei Menschen auf, die an einer degenerativen Nervenerkrankung leiden.

d.) Bei hoher Stressbelastung kann es zur Ausschüttung von Giftstoffen kommen, welche vom Nervengewebe ausgehen können und zur Schädigung von Melanozyten führen. Man glaubt dies, weil sich die Vitiligo nach psychischem Stress sich verschlechtert oder ausbricht.

e.) Erste Symptome einer Vitiligo treten manchmal nach einem Sonnenbrand auf, oder auch nach weiteren Hautschädigungen von Hautflächen wie Knie, Ellbogen und nach Eingriffen an der Haut.

Vielleicht sind auch weitere Faktoren für das Auftreten von Vitiligo verantwortlich!

Tatsache ist, dass Vitiligo gehäuft nach einer Schwangerschaft in Erscheinung tritt. Es konnte auch ein Zusammenhang mit einer geschwächten Verdauung hergestellt werden. Bei Unterstützung der Verdauung wird das Krankheitsbild besser. Eine schwache Schilddrüsenhormonproduktion und zu niedriger Blutdruck sind häufige Begleiter der Vitiligo. Das Schilddrüsenhormon und Adrenalin werden beide aus Tyrosin der gleichen Substanz gebildet, wie das Melanin. Die genügende Aufnahme von Tyrosin aus der Nahrung ist die Prämisse für die Bildung von Melanin.

Warum sprechen die Behandlungsmethoden nicht alle Patienten an?

Warum reagieren einige Betroffene auf gewisse Therapien und andere nicht? Insgesamt sehen die möglichen Auslöser von Vitiligo uneinheitlich aus. Die Behandlungserfolge sind eher niedrig angesiedelt. Durch die so unterschiedlichen Ursachen ist es schwer ein wirksames Therapiekonzept, zu entwickeln.

Wie behandelt man ­die verschiedenen Vitiligo Arten?

a.) Autoimmunerkrankungen werden klassisch mit Kortison oder Immunsuppressiva therapiert. Auch bei der Weißfleckenkrankheit helfen diese Medikamente, jedoch sind die Nebenwirkungen so, dass diese Medikamente nicht bei der reinen Annahme einer Autoimmunerkrankung als Ursache verordnet werden, sondern nur dann, wenn die Diagnose gesichert ist.

b.) Degenerative Nervenerkrankungen kann man nur schwer feststellen und auch bei sicherer Diagnose stehen für eine wirksame Behandlung kaum Medikamente zur Verfügung.

c.) Bei Vitiligo nach Hautschädigungen gibt es keine Therapie.

d.) Bei verminderter Nährstoffaufnahme sind viele Ärzte der Meinung, dass es in der heutigen Zeit keine Mängel gibt.

e.) Bei oxidativem Stress ist die Therapie ohne Nebenwirkungen möglich.

Wie sieht die Therapie genau aus und ist eine komplette Vitiligo Heilung möglich?

Es gibt eine Therapie für die Vitiligo jedoch keine endgültige Heilung. Eine Behandlung mit orthomolekularen Supplementen und zusätzlicher UV-Behandlung soll die betroffenen Zellen dazu bringen Pigmente zu bilden. Diese Stoffe sind weitestgehend nebenwirkungsfrei. Vitiligo Erfahrungen hat auch ein Mann gemacht, der seine Vitiligo mit einem holistischen Programm nebenwirkungsfrei losgeworden ist. Ob diese Variante der Behandlung für jeden Vitiligotypen gemacht ist, ist unklar. Ein Versuch ist es aber wert, wenn sonst nichts anschlägt.

+ Bestrahlung mit ultraviolettem Licht

Eine UV-Strahlen Behandlung kann für einige Vitiligo Patienten Erfolg bringen. Sollte nach 3 Monaten keine Besserung sichtbar sein, so ist die Behandlung als erfolglos zu werten.

Eine UV-Strahlen Behandlung kann für einige Vitiligo Patienten Erfolg bringen. Sollte nach 3 Monaten keine Besserung sichtbar sein, so ist die Behandlung als erfolglos zu werten.

Unterschiedliche Formen der Lichttherapie werden eingesetzt: UV-Therapien kombiniert mit lichtsensibilisierenden Medikamenten sowie dem Einsatz eines Lasers. Die Behandlung mit einem Laser hat den Vorteil, dass der Laserstrahl punktgenau eingesetzt wird und nur die betroffenen Stellen behandelt werden. Die Voraussetzung ist, dass sich die Krankheit sich im Moment der Behandlung nicht ausbreitet. Sonst sind große Flächen mit UV Bestrahlungen zu behandeln. UV-Bestrahlungen müssen über lange Zeit angewendet werden. Es ist mit einer Behandlungsdauer von 6 bis 12 Monaten zu rechnen. Es sind regelmäßige kurze Sitzungen notwendig. Vor einer Bestrahlung mit UV-Strahlen muss die Haut nach bösartigen Tumoren abgesucht werden. Junge Patienten müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen keine Lichtempfindlichkeit haben. Innerhalb der nächsten drei Monate einer Therapie mit UV-Bestrahlung muss eine   Repigmentierung begonnen haben, ansonsten ist die Therapieform als erfolglos zu betrachten und abzusetzen. Direkte Sonneneinwirkung sollte vermieden werden. Sie bewirkt, dass die nicht betroffenen Hauptstellen gebräunt werden und die weißen Stellen noch mehr auffallen.

TransplantationenEine Transplantation von Eigenhaut ist denkbar. Autologe Melanozyten werden im Labor angezüchtet und im Anschluss wieder eingepflanzt werden. Eine Vorbehandlung der Haut ist vor der Wiedereinpflanzung der Hautzellen wichtig. Im Gesicht sind zufriedenstellende Ergebnisse mit der Transplantationsmethode zu erwarten.
FarbausgleichDurch Laserbestrahlung oder einer anderen Methode werden die restlichen Melanozyten zerstört um einen Farbausgleich der Hautareale zur erzielen. Die Haut wird praktisch gebleicht.
MedikationEs werden verschiedene Medikamente verabreicht, jedoch ist nur mit mäßigem Erfolg zu rechnen.
PsychotherapieBei psychisch ausgelöster Vitiligo ist eine Psychotherapie zur Stressbewältigung sicher ein probates Mittel und der Weg, mit dem es Erfolge geben kann.
CamouflageCamouflage sind Verfahren zu Abdeckung der Flecken in der Haut. Die hellen Flecken werden von Spezial-Make-up abgedeckt. Eine Behandlung mit hoch dosiertem ?-Carotin färbt die hellen Flecken und der Unterschied zur nicht befallenen Haut nivelliert sich. Auch Selbstbräuner kann hilfreich sein. Bei einigen Patienten nehmen die weißen Flecken jedoch keinen Selbstbräuner an.

Prognose der Vitiligo

Die Weisfleckenkrankheit kann nicht ausgeheilt werden. Eine körperliche Leistungsbeeinträchtigung und die Beeinträchtigung der Lebenserwartung gibt es nicht. Die Erkrankung beeinflusst nur die Haut. Sie ist sehr lichtempfindlich. Wenn die Haut nicht adäquat geschützt wird, kommt es zu Hautveränderungen bis hin zum Hautkrebs. Ein permanenter Sonnenschutz mit sehr hohem Lichtschutzfaktor ist unerlässlich. Ist die Haut großflächig betroffen, sind direkte Sonnenstrahlen zu vermeiden. Eine Kompensation von Vitamin D3 mit Tabletten ist daher dringend nötig, um die Folgen eines Mangels des Vitamins zu vermeiden. Leider ziehen sich die Betroffenen sehr zurück und es gibt massive soziale Beeinträchtigungen.

Schwerbehinderung wegen sozialem Rückzug und psychischen Beeinträchtigungen.

Nach VersMedV, Teil B, 17.11 wird beim großflächigen Befall des Gesichts und der Hände, ein Behinderungsgrad (GdB) von 10 bis 20 festgesetzt.

Stigmatisierung der Betroffenen in einigen Kulturen

Vitiligo wird von vielen Kulturen mit einem Stigma behaftet. Erkrankte Personen werden von den andern Personen der Gruppe als böse betrachtet und gemieden. Die Inder setzen Vitiligo mit Lepra gleich und behandeln die se Menschen wie Aussätzige. Betroffene mit Vitiligo werden stigmatisiert, weil die Bevölkerung nicht informiert ist und die Meinung vertritt es seien Zeichen für Krankheiten wie Siechtum oder Krebs. Da die Spontanheilung möglich ist, wäre Vitiligo eine Erklärung für die Heilung des Aussätzigen durch Jesus im Neuen Testament.

Woher kommt der Name Vitiligo?

Illustration einer Zelle, Melanozyten, die eine wichtige Rolle in der Vitiligo Entstehung spielen.

Illustration einer Zelle, Melanozyten, die eine wichtige Rolle in der Vitiligo Entstehung spielen.

Vitiligo ist ein lateinisches Wort, dessen Ursprung nicht genau bekannt ist. Es gibt zwei mögliche Quellen: Erstens kann der Name von dem lateinischen Wort Vitium stammen, dessen Bedeutung Fehler oder Defekt ist, medizinisch bedeutet es auch als Fehlbildung oder Fehlfunktion übersetzt zu werden. Zweitens ist es denkbar eine Verbindung zu dem ebenfalls aus dem lateinischen stammenden Wort Vitellus zu knüpfen. Es bedeutet Kälber, die eine mit weißen Flecken durchsetzte Fellfärbung haben. Beide lateinischen Wörter können der Stamm von Vitiligo bilden und wären treffend.

Betroffene können sich im Deutscher Vitiligo-Bund e.V. austauschen.

Im Deutscher Vitiligo-Bund e.V. finden Betroffene Gleichgesinnte eine Selbsthilfegruppe in der Nähe und viele weitere Hilfen und Anregungen. Die Bedingung an alle Informationen zu kommen ist in diesem Bund Mitglied zu werden. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so ist auch der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen sehr hilfreich.

Vitiligo – Die Mediziner suchen weiterhin eine wirksame Therapie.

Monatliche Injektionen subkutan verabreicht mit Afamelanotid sollen in der Haut die Bildung von Melanin anregen. In einer Kombination mit der UV-B-Phototherapie wurde in einer Studie in JAMA Dermatology untersucht. Nur wenn Vitiligo die Folge einer Autoimmunreaktion ist, kann diese Therapie helfen.